Das Märchen von der Gänsefeder

August Hermann

Für R.

An einem dieser Tage, da das Wünschen noch geholfen hat, lebte fernab in den Bergen ein Knabe, der ein äußerst armseliges Dasein führte; es war derart armselig, dass selbst der Mond auf seiner Bahn nie noch ein Schluchzen unterdrücken konnte und jedes Mal eine fette Träne vergoss, wenn er den Jungen des Nachts auf Erden wandeln sah. Getauft war der Knabe auf den Namen Ulrich Theodor, im Dorfe aber nannten ihn alle nur Duri, weil das einfacher für die Leute war und sie ihn so schneller rufen konnten, wenn sie etwas von ihm besorgt haben wollten. Und das wollten sie fast immer.

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tado ink • 25.12.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Kein Mensch ist eine Insel

John Donne

Kein Mensch ist eine Insel, vollständig für sich allein; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil der Heimat. Wenn ein Erdkrumen durch die See weggewaschen wird, erleidet Europa einen Verlust, gleichwie als ob es ein Vorgebirge wäre, gleichwie als ob es das Anwesen einer deiner Freunde oder deiner selbst wäre: eines jeden Menschen Tod zehrt mich auf, verstrickt wie ich bin in die Menschheit. Und deshalb, nie noch gesandt zu wissen, wem die Glocke schlägt; sie schlägt für Dich.

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tado ink • 08.12.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Si jamais j’oublie

ZAZ

Den Toten und Verwundeten von Paris (13. November 2015), San Bernardino (2. Dezember 2015), London (5. Dezember 2015), ...

 

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tado ink • 28.11.2015 | Frontberichte | Kommentieren
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und fernab in der heimat

wolfgang lange

und fernab in der heimat
schüsse schreie lärm.
leute die wie schatten
durch straßen huschen
kein gruß, verstohlene mienen
rasch nach hier und da geworfene blicke.
angst im gesicht. irony is over
der spaß vorbei – a filo de pietà.

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tado ink • 18.11.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Etruskische Küste

Zwei Haiku

Die See wie Blei, das siedend auf und nieder schwankt.
Der Strand, ein schmaler, hingezogener Streifen Sand,
Auf ihm eine Festung, die vor Zeiten bereits dort stand.

Piombino, 5. Oktober '15

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tado ink • 06.11.2015 | Kunstkammer | Kommentieren
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Toskanische Felder

Drei Haiku

Bei Nacht strahlen die Felder leuchtend bleich
Gebadet im Licht eines Mondes, der sich rundet
Kurz bevor er untergeht

Montepulciano, 28. September ’15

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tado ink • 31.10.2015 | Kunstkammer | Kommentieren
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Allegria di naufragi

Giuseppe Ungaretti

E subito reprende
il viaggio
come
dopo il naufragio
un superstite
lupo di mare

Allegria di naufragi

Bagno Vignoni

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tado ink • 21.10.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Kapitulation auf der ganzen Linie

Alle Grenzen offen: Deutschland jetzt

Enteignet! Um und um wird enteignet, sage ich, überall unter mir wird enteignet, aus den fadenscheinigsten Gründen. Die Politiker enteignen hin und her. Hin und her wird enteignet. Sie enteignen und ruinieren. Die Natur wird ruiniert. Enteignet! rufe ich aus, ich sage: hoffentlich enteignet sich bald dieser Staat selber. Er möge sich schleunigst enteignen, rufe ich aus, entleiben! Es ist Zeit, daß sich dieser Staat bald selber enteignet! ...«

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tado ink • 19.10.2015 | Logbuch | Kommentieren
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Von den Guten und Gerechten

Friedrich Nietzsche

Oh meine Brüder! Bei Welchen liegt doch die grösste Gefahr aller Menschen-Zukunft? Ist es nicht bei den Guten und Gerechten? –

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tado ink • 24.09.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Schrei nach Liebe

Predigt

Meine lieben Mitbürgerinnen und Bürger, liebe Gemeinde, liebe Deutschinnen und Deutsche,

ich freue mich, dass so viele von Ihnen sich hier, an diesem geschichtsträchtigen Ort, eingefunden haben, um mit mir den Tag der deutschen Einheit zu begehen. Damals ging für uns ein Traum in Erfüllung, die Mauer fiel, wir waren frei, jetzt tragen wir diesen unseren Traum in die Welt hinaus, um ihn im globalen Maßstab erneut in die Tat umzusetzen. Ich sage deswegen auch: Wir befinden uns auf einer Mission, zur Rettung der Welt sind wir berufen.

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tado ink • 14.09.2015 | Kunstkammer | Kommentieren
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Morgen schon, so nah, so fern

Schlagzeilen (ii)

Morgen schon, so nah, so fern

 

Hier also, wie versprochen, der zweite Teil der Schlagzeilen, die Pop 'em up von seiner Reise in die nähere und fernere Zukunft mitgebracht hat. Wem der erste Teil gefallen hat, der wird auch am zweiten seine Freude haben. Für alle anderen gilt: Augen zu und durch.

 

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tado ink • 04.09.2015 | Frontberichte | Kommentieren
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Ein Freund, ein guter Freund

Für Andreas B.

Sonniger Tag, Wonniger Tag!
Klopfendes Herz und der Motor ein Schlag!
Lachendes Ziel, Lachender Start
und eine herrliche Fahrt!
Rom und Madrid nehmen wir mit.
So ging das Leben im Taumel zu dritt!
Über das Meer, über das Land,
haben wir eines erkannt:

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tado ink • 28.08.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Morgen schon, so nah, so fern

Schlagzeilen

Morgen schon, so nah, so fern

 

Haben uns eine Auszeit gegönnt. Mehr als zwei Monate Ferien. Kein Urlaub, iiigitt. Eine Zeitreise vielmehr, ein Trip in die nähere und fernere Zukunft. Kreuzfahrt kann schließlich jeder. Und was haben wir mitgebracht? Souvernirs natürlich, was sonst. Kostprobe gefällig?

 

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tado ink • 21.08.2015 | Frontberichte | Kommentieren
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Unverhofftes Wiedersehen

Elegie in Prosa

Gestern Abend Antigone wiedergesehen, unverhofft. Sie trug die Maske der Juliette Binoche. Aber ich ließ mich nicht täuschen, nicht die Binoche, Antigone war's, die da vor mir stand, des Ödipus' Tochter und Schwester zugleich, dort hinten, fern, auf weiter Bühne: schwarz gewandet, barfuß, das Haar im Wind, das Haupt in den Nacken geworfen. Ja, Antigone, du warst es, du, meine Schwester, meine Liebste, dich sah ich, wie ich dich vor Zeiten sah: ein glühend schwelender Stern in sterngleißender Nacht.

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tado ink • 11.06.2015 | Kunstkammer | Kommentieren
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Am Nullpunkt Europas

Paul Valéry

Und jetzt – auf einer ungeheuren Terrasse von Helsingör, die von Basel bis Köln reicht, die an die Dünen von Nieuport, an die Sümpfe der Somme, an die Kreidefelsen der Champagne und den Granit des Elsaß grenzt, erschaut der europäische Hamlet Millionen Gespenster.

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tado ink • 09.05.2015 | Frontberichte | Kommentieren
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Und wie fängt das an?

Supplement

Mit Blut und Dreck und Wasser,
Mit Muttermilch und Schmerzen.
Kein Brot im Haus, statt seiner Kuchen.

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tado ink • 30.04.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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So hört es immer auf

Jep Gambardella

So hört es immer auf.
Mit dem Tod.
Davor aber war das Leben,
begraben unter all dem
blah, blah, blah, blah, blah.

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tado ink • 18.04.2015 | Lichtspiele | Kommentieren
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Condition humaine

Eine Trouvaille

Was ich unlängst in Amsterdam entdeckte: ein Hendrik de Keyser zugeschriebenes, hölzernes Wandmedaillon. Titel: Schreiendes Kind.

 

Condition humaine

Hendrik de Keyser (zugeschrieben): Schreiendes Kind | ca. 1615

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tado ink • 12.04.2015 | Kunstkammer | Kommentieren
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Die Steine von Judäa

Herman Melville

Die Steine von Judäa

In den heiligen Schriften lesen wir ziemlich viel von Steinen. Monumente & Sockel von Denkmälern werden aus Steinen errichtet; Menschen werden zu Tode gesteinigt; der Same im Gleichnis fällt auf steinigen Boden. Und wirklich kann es nicht wundernehmen, daß die Steine in der Bibel so eine große Bedeutung haben. Judäa ist eine Ansammlung von Steinen – steinige Berge & steinige Ebenen; steinige Flußbette & steinige Straßen; steinige Mauern & steinige Felder; steinige Häuser & steinige Gräben; versteinerte Blicke und versteinerte Herzen.

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tado ink • 01.04.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Flieger, grüß mir die Sonne

Walter Reisch

Flieger, grüß mir die Sonne,
grüß mir die Sterne
und grüß mir den Mond.
Dein Leben —
das ist ein Schweben
durch die Ferne,
die keiner bewohnt.

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tado ink • 30.03.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Bielefeld in Zahlen

Kästner, abgewandelt

Lasst uns Bielefeld statistisch erfassen!
Bielefeld ist ja doch 'ne große Stadt,
heißt es, die 9 Krankenkassen plus
und rund 200 ha. Friedhöfe hat.

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tado ink • 03.03.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Kennst du das Land?

Frei nach Goethe

Kennst du das Land, wo die Machandeln blüh'n,
Im schweren Sand Mensch und Vieh sich müh'n
Ein feuchter Wind vom grauen Himmel weht,
Die Heide still und hoch die Kiefer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o du mein Gebieter, zieh'n!

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tado ink • 21.02.2015 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Big Boy 6

Japonisme à la Disney

In Ermangelung eines Besseren:

tado ink • 31.01.2015 | Lichtspiele | Kommentieren
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Ohne Worte

Kalenderblatt

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Ohne Worte

Harry Peccinotti: »Lippen« (Pirelli-Kalender) | 1969

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tado ink • 20.01.2015 | 1969 | Kommentieren
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Siehe, den Ungläubigen ist’s gleich

Post Epiphanias

5. Siehe, den Ungläubigen ist's gleich, ob du sie warnst oder nicht warnst, sie glauben nicht.
6. Versiegelt hat Allah ihre Herzen und Ohren, und über ihren Augen ist eine Hülle, und für sie ist schwere Strafe.

Siehe, den Ungläubigen ist’s gleich

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tado ink • 09.01.2015 | Frontberichte | Kommentieren
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