Samuel Beckett

E.M. Cioran

9. September 1968. Anderntags bin ich in einer Seitenallee des Luxembourg auf Samuel Beckett gestoßen, der eine Zeitung las, beinahe als ob er eine seiner Figuren vorstellte. Er war da auf einem Stuhl, absorbiert und abwesend, wie es seine Gewohnheit ist. Er wirkte dazu leicht krank. Ich habe nicht gewagt, ihn zu stören. Was sollte ich ihm sagen? Ich mag ihn sehr, aber es ist besser, wenn wir nicht miteinander reden. Er ist so diskret! Ein Gespräch aber erfordert immer ein wenig, dass man sich gehen lässt und den Komödianten macht. Es ist ein Spiel; Sam aber ist dazu unfähig. Alles an ihm verrät den Mann des stillen Monologs.

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tado ink • 04.06.2014 | 1969 | Kommentieren
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Meine Wahl

dieses Jahr

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Meine Wahl

Marion Cotillard auf dem roten Teppich von Cannes | 2014

tado ink • 26.05.2014 | Kunstkammer | Kommentieren
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Der Überfall

Paul Rüthning

Kiefern. Heide. Märkisches Land.
Ein Wagen mahlt durch den tiefen Sand,
breit und schwer, planüberdacht;
sechs schwere Pferde. Es naht die Nacht.

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tado ink • 16.05.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Blick auf Krawinkel

Vor mehr als einem Monat

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Blick auf Krawinkel

Kneeb Wenedikt Kommandor: Es war einmal oder Frühling über Krawinkel | 2014

tado ink • 14.05.2014 | Kunstkammer | Kommentieren
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Rußland, politisch betrachtet

Karl Marx

Rußland, politisch betrachtet

Der überwältigende Einfluß Rußlands hat Europa zu verschiedenen Epochen überrascht, hat die Völker des Westens aufgeregt, und sie haben sich darein wie in ein unvermeidliches Schicksal ergeben oder sich ihm lediglich in Krämpfen widersetzt. Aber mit der Faszination, die Rußland ausübt, geht eine immer wieder auflebende Skepsis einher, die Rußland wie ein Schatten verfolgt, mit seinem Wachstum wächst, schrille Töne der Ironie in die Schreie der gequälten Völker mischt und seine tatsächliche Größe als theatralische Pose verspottet, die nur dazu diene, zu blenden und zu täuschen.

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tado ink • 08.05.2014 | Frontberichte | Kommentieren
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Nach Ostern ist vor Ostern

1. Mai 2014

Wir kreisen und kreisen und kreisen. Wie gehabt, am Flämischen Kap. Die Lage: 44 Grad 10' nördlicher Breite, 66 Grad 2' westlicher Länge. In etwa. Florence & the Machine hat mir versichert, die Energie- und Nahrungsvorräte an Bord reichten noch gut sieben Jahre. Es gäbe keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Außerdem wüsste ich ja, Cyborg 7.7 stünde kurz davor, das Problem zu lösen, an dem sich Wissenschaftler und Künstler über Jahrtausende die Zähne ausgebissen haben, das vom Perpetuum mobile. Und wenn das erst gelöst sei, nun ja ...

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tado ink • 03.05.2014 | Logbuch | Kommentieren
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Schafe, unscharf

Kurzfilm

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tado ink • 01.05.2014 | Lichtspiele | Kommentieren
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Frohe Ostern

Thomas Kook

Als aber die Hohenpriester und ihre Leute ihn sahen, schrien sie: »Ans Kreuz, ans Kreuz!« Pilatus sagte zu ihnen: »Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm.«

 

Frohe Ostern

Antonio Ciseri: Ecce Homo | ca. 1871

tado ink • 17.04.2014 | Logbuch | Kommentieren
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Ansichten aus dem Ravensberger Land

Gerhard Wedepohl

Ich weiß so gut wie nichts über Gerhard Wedepohl. Was ich von ihm weiß, stammt aus dem Studium einiger Federzeichnungen, die er hinterließ (und wikipedia naturgemäß). Ich stieß zufällig auf sie, als ich ein altes Heimatbuch durchblätterte: Ansichten aus dem Ravensberger und Mindener Land. Wie herrlich, dachte ich, erstaunt und verwundert.

 

Ansichten aus dem Ravensberger Land

Hof Dünkel in Jöllenbeck | 1913

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tado ink • 11.04.2014 | Kunstkammer | Kommentieren
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Über das Gute

Wassilij Grossman

Die Mehrzahl der auf der Welt lebenden Menschen verschwendet keinen Gedanken an die Bestimmung des ‹Guten›. Worin besteht das Gute? Für wen ist es gut? Von wem kommt es? Gibt es ein übergreifendes Gutes, das für alle Menschen gilt, für alle Generationen, für alle Lebenssituationen? Oder ist, was für mich gut ist, für dich schlecht, was für mein Volk gut ist, für deines schlecht? Ist das Gute ewig, unveränderlich, oder ist, was gestern gut war, heute schlecht, und was gestern schlecht war, heute gut?

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tado ink • 04.04.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Deutschland Anno Jetzt

Kneeb Wenedikt Kommandor

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Deutschland Anno Jetzt

Kneeb Wenedikt Kommandor: Deutschland Anno Jetzt | 2013

tado ink • 28.03.2014 | Kunstkammer | Kommentieren
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Auf des toten Mannes Kiste

London eben (iv)

Auf des toten Mannes Kiste

Ansonsten gab London sich in etwa, wie er es erwartet hatte. Lärm und Hektik, dann und wann ein Ruhepunkt... Cafe's, Hinterhöfe und Squares, Passanten, Taubenschwärme, Autoschlangen – Sounds hier, Clips dort – Stimmengewirr, Schaufenster und Gestank, dazwischen die eine oder andere flüchtige Begegnung. Anonym, im Strom der Passanten.

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tado ink • 21.03.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Auf des toten Mannes Kiste

London eben (iii)

Offiziell gibt es natürlich in London längst keine Piraten mehr. In der Meerenge von Malakka, vielleicht, oder aber am Horn von Afrika, vor der Küste Somalias –, gewiss, da treiben sich Piraten herum, nicht aber an den Ufern der Themse. Schließlich gibt England, wie es in entsprechenden Bulletins der Regierung heißt, seit 300 Jahren den Vorreiter, wenn es darum geht, dem Kapern und der Seeräuberei auf den Weltmeeren den Garaus zu bereiten. Was für ’ne Nebelkerze ... 

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tado ink • 14.03.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Auf des toten Mannes Kiste

London eben (ii)

Ob es an dem Loch in der Gardine lag, an den runden wie Bullaugen in die Wand eingelassenen Leuchten des Hotelzimmers oder aber einfach an dem Umstand, dass er vor der Abreise wieder einmal Robert Louis Stevensons Schatzinsel gelesen hatte –, er konnte sich in London nur schwer des Eindrucks erwehren, auf einem Piratenschiff oder einer Freibeuterfestung gelandet zu sein.

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tado ink • 07.03.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Auf des toten Mannes Kiste

London eben (i)

Auf des toten Mannes Kiste

London ruft. Tick tock, Tick tock, Tick tock. Unüberhörbar. Tick tock, Tick tock, Tick tock. Und ab durch die Mitte. Mit Gwen Stefani als White Rabitt und easyJet als Luftbrücke. Uuuuuuuuuuuuh. Ein Nebelhorn in der Ferne, eine Taschenuhr in der Nähe. Tick tock, Tick tock, Tick tock. Keine Chance, die Signale zu überhören, kein Wachs zur Hand, sich die Ohren zu verstopfen. What you waiting for? What you waiting for? wummert und flötet es in den Gehörgängen. Die Pupillen drehen sich nach innen, Adrenalin steigt auf und zerfunkelt wie Feenstaub knapp unter der Hirnschale. Twist it round again and again.

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tado ink • 01.03.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Barockes Bielefeld

Poesie & Prosa

So will der Liebe Feld nun lauter Blumen tragen; / Weil hier die Lieblichkeit ihr Läger auffgeschlagen. / Du werthe Liebe Stadt / laß durch die Liebe dann / Dein Hertz mit Gott versöhnt / dem Himmel kleben an.

(Weil man in dieser Stadt eine grössere Galanterie und Nettigkeit findet / als andern benachbarten Oertern / mögte man fast sagen / daß die Gratiae oder Göttinnen der Liebligkeit daselbst residirten.)

Barockes Bielefeld

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tado ink • 21.02.2014 | Kunstkammer | Kommentieren
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Aus dem Leben des Heiligen Hubertus

Nach den Legenden

Aus dem Leben des Heiligen Hubertus

In den alten Zeiten, wo die Legenden noch geholfen haben, lebte in den Ardennen ein junger Mann, der landauf landab bekannt dafür war, ein unerbittlicher und furchtbarer Jäger zu sein. Sein Name war Hubertus oder in der Sprache der Leute Hubert le Prevost. Er stammte aus vornehmen Hause. Sein Vater war Bertrand, der Herzog von Aquitanien, seine Mutter Hugberne, eine weit über Toulouse hinaus als besonders gottesfürchtig verehrte Dame.

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tado ink • 16.02.2014 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Wie schön frischer Schnee doch ist

27. Januar 2014

Die Lage? Wie gehabt, wir liegen vor Neufundland und nicht, wie böse Zungen behaupten, in einer Mulde am Fuße des Teutoburger Waldes, genauer befinden wir uns am Flämischen Kap oder an der Flämischen Kappe: 44 Grad 10' nördlicher Breite, 66 Grad 2' westlicher Länge. Hier, wo die kalten Wasser des Labradorstroms auf die warmen des Golfes treffen, ist ein Jahr wie ein Tag. Die Zeit nimmt ihren Lauf wie die Schnecke ihren Gang im Weinberg des Herrn. Wir drehen uns im Kreise, treiben in einer Strömung, die uns in einem fort an Punkte führt, die wir vor einiger Zeit bereits passiert haben. Was schön ist. Die Triebwerke sind abgeschaltet, die Segel eingeholt. Wir kreisen und kreisen und kreisen ...

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tado ink • 27.01.2014 | Logbuch | Kommentieren
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Geharnischter mit roter Armbinde

Ein Porträt Anton van Dycks

Geharnischter mit roter Armbinde

Es gibt Bilder, die einen nicht wieder loslassen, die einen verfolgen und, obgleich über Jahre vergessen, plötzlich erneut in der Erinnerung auftauchen. Zwanghaft gleichsam, obsessiv. So erging es mir unlängst mit einem Porträt Anton van Dycks, an das ich eine halbe Ewigkeit nicht gedacht hatte, das aber plötzlich wieder da war und von mir verlangte, ihm ein paar Worte zukommen zu lassen: Van Dycks »Bildnis eines Geharnischten mit roter Armbinde« (1625-27).

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tado ink • 15.01.2014 | Kunstkammer | Kommentieren
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Der Triumph der Unschuldigen

B.H. Brockes

Ihr Kinderchen, die ihr in einem hellen Zug / Zu uns, die stets allhier ein lechzend Sehnen plaget, / An eurer Stirn und Haupt des Heylands Namen traget, / Ihr Schäfchen ohne Falsch, ihr Täubchen ohne Trug, / Ihr Opfer voller Glanz, die ihr nun abgeschlacht't / Und rein gewaschen seyd in der Versöhnungs-Fluht / Des Lammes, und gefärbt von eurem eignen Blut, / Ihr Erstlinge, die man dem ew'gen HErrn gebracht.

 

Der Triumph der Unschuldigen

Holman Hunt: The Triumph of the Innocents | 1883/84

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tado ink • 25.12.2013 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Vom Pumpernickel und dessen Verwandlung

Georg Christoph Lichtenberg

Mit dem Schinckenkauf ist es jezt gantz ausser der Zeit, die Leute haben fast meistens nur noch einen oder 2*), die sie nicht gerne oder doch nur wohl bezahlt hergeben. Pumpernickel kan man allemal haben, denn die Westphälinger (Gottlob, daß die Seite herunter ist)

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tado ink • 17.12.2013 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Über den Abbé Galiani

Melchior Grimm

Über den Abbé Galiani

Dieses winzige, am Fuße des Vesuvs geborene Individuum ist wirklich ein Phänomen. Hinter dem strahlenden, durchdringenden Glanz seiner Erscheinung ruht eine breite und solide Gelehrsamkeit; und mit den Einsichten eines Mannes von Genie verbindet sich bei ihm die Lebhaftigkeit und der Charme dessen, der zu amüsieren und zu gefallen versteht. Ein Platon mit dem Verve und den Gesten eines Harlekin: er ist der einzige Mensch, den ich je kennengelernt habe, der diffus ist und dabei doch stets ein angenehmer Begleiter bleibt.

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tado ink • 09.12.2013 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Es wird Winter

09.50 a.m. | Gestern

Eiskristalle schwirren in der Luft und tanzen.

Ein Martinshorn rauscht mit schrillem Schrei vorbei.

Im Kirschbaum eine Elster, die, von der Sonne berührt, ihren Darm entleert.

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tado ink • 27.11.2013 | Logbuch | Kommentieren
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unverhofft kommt oft

kapitel 1 | toteiskessel

»Neukloppsooo?«

»Globsow, Thomas, nicht Kloppso. Neu ... Glob ... Sow. Mit einem weichen ›g‹ in der Mitte und einem stimmlosen ›w‹ zum Schluss. Capisce?«

»Never heard of. Muss man?«

»Was muss man schon.«

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tado ink • 14.11.2013 | Toteiskessel | Kommentieren
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Rotkohlsuppe mit Paprika

Angela Merkel und Nicolas Sarkozy

Gerüchten zufolge soll das Verhältnis von Nicolas Sarkozy zu Angela Merkel lange nicht so einvernehmend und herzlich gewesen sein, wie es in der Öffentlichkeit kolportiert und wahrgenommen wurde. Von Frédéric Mitterand, dem Kulturminister, auf besagte Gerüchte angesprochen, soll Sarkozy erwidert haben: Nein, mit Frau Merkel laufe alles bestens. Sein einziges Problem mit Angela, wirklich sein einziges, sei, wenn sie ihn einlädt und darauf besteht, sich um die Küche zu kümmern.

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tado ink • 30.10.2013 | Frontberichte | Kommentieren
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