Über das Phänomen der »Damenwahl« im Tierreich

Nebst einigen Betrachtungen zum Sexualleben des Maulwurfs

Unlängst stöberte ich in einem Buch, das mir eine Freundin vor Jahren zum Geburtstag geschenkt, das zu lesen ich mir aber damals aus heute unerfindlichen Gründen strikt untersagt hatte. Vielleicht war es der Titel, der dazu geführt hatte, das Buch ungelesen wegzuräumen, vielleicht war es etwas anderes. Wie auch immer. Auf jeden Fall habe ich es dieser Tage aus dem Regal gefischt, das Buch, das zu lesen ich mir damals verboten hatte. Ich war auf der Suche nach Informationen über den Maulwurf. Und da lag es nun vor mir, das Geburtstagsgeschenk, ein »populäres Lexikon«, aufgeschlagen, direkt vor mir auf dem Schreibtisch: »Das bizarre Sexualleben der Tiere«. Und wie ich es damals insgeheim bereits befürchtet haben dürfte –, bevor ich den Artikel fand, den ich suchte, war ich bereits bei einem Eintrag hängengeblieben, der mit dem, was mich eigentlich interessierte, so gut wie nichts zu tun hatte. Vorderhand wenigstens. Stichwort »Damenwahl«.

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tado ink • 20.04.2011 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Henri III.

Roi de France

Henri III.

Bisweilen stößt man beim Stöbern in alten Geschichtsbüchern auf derart bizarre und seltsam anmutende Gestalten, dass man nicht geringe Lust verspürt, einmal wieder in die Abgründe der Vergangenheit hinabzusteigen, um deren Erscheinung und Lebenswandel näher in den Blick zu nehmen. So erging es mir unlängst, als ich eine Biographie zu Philipp II. von Spanien las und dabei über Henri III. stolperte, der letzte Spross aus dem Hause Valois, der zum König von Frankreich gekrönt worden ist.

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tado ink • 16.03.2011 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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An Édouard Manet

Charles Baudelaire

An Édouard Manet

 

Mein lieber Freund!

Ich danke ihnen für den freundlichen Brief, den mir Herr Chorner heute morgen brachte, sowie für die Notenblätter.

 

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tado ink • 13.02.2011 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Charles Baudelaire

Noch einmal

Ich glaube, in meinen Notizen bereits geschrieben zu haben, daß die Liebe stark einer Folterung oder einer chirurgischen Operation ähnelt. Diese Idee kann jedoch auf eine äußerst bittere Art und Weise entwickelt werden.

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tado ink • 07.02.2011 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Apropos

Charles Baudelaire

[...] in einer Hafenspelunke nötigte mich Baudelaire. einen doppelten Skydam zu trinken. Sein abgehärteter Gaumen ertrug den Brand des Alkohols mit Wonne, und er fand besonderen Genuß daran, seine Speiseröhre mit dem flüssigen Feuer zu verbrennen. Als er genug von dem höllischen Getränk auf sich abgezapft hatte, ging er seine »Bettlerin« aufsuchen...

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tado ink • 27.01.2011 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Über das Märchen

Ein Essay

Weihnachtszeit, Märchenzeit, da lassen auch wir uns nicht lumpen. »Disney Grimm Paris« läuft bereits, und nun hat David Séchard im Auftrag von der Kommandobrücke auch noch ein wenig im Archiv von Pop ’em up gewühlt und ist, wie könnte es anders sein, dort fündig geworden, wo er zumeist fündig wird: in den Papieren des Afanassij Stichijow: kein Märchen zwar, dafür aber etwas Schlaues über das Märchen. Auch schön. Märchen gibt es später.

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tado ink • 14.12.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Schlachterjunge

Prosa

Wie immer früh raus des Morgens, durch die Kälte über den Hof. Vor ihm dampfte bereits das Schlachthaus. Ihm aber lag der Geruch der Äpfel in der Nase, die in Unmengen, einer schöner als der andere, nebenan gespeichert lagen, zart auf dem Boden des Zimmers verteilt, das an seine Kammer grenzte. Hunderte von Äpfel, fein säuberlich aufgereiht, sodass die Luft sie umtänzeln konnte –, grün und rosig oder aber tiefrot, je nachdem wie sie durch den Sommer gekommen waren.

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tado ink • 08.11.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Altweibersommer

Drei Gedichte

Seit Wochen tut sich nichts. Es herrscht reichlich Langeweile an Bord. Der Captain ist für niemanden zu sprechen. Es heißt, er habe sich in die Studierstube verkrochen, um Forschungen nachzugehen, die keinen Aufschub dulden. Dann eben ohne ihn und sein Einverständnis. Ich, David Séchard, Nachrichtenoffizier auf der Mortobello, erlaube mir das Schweigen zu durchbrechen, in das Pop 'em up seit geraumer Zeit verfallen ist, und zwar mit nicht mehr und nicht weniger als drei Gedichten von Afanassij Stichijow. Unverfängliches Zeug, wie mir von mehreren Seiten versichert wurde.

Altweibersommer

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tado ink • 29.08.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Süße kleine Mädel

Notizen

Süße kleine Mädel

Apropos Lena Meyer-Landruth – falls noch jemand am Phänomen interessiert sein sollte. Pop 'em up hat in den Papieren Stichijows ein einzelnes Blatt entdeckt, auf dem sich eine Notiz und etliche Zitate finden, die taugen, dem Phänomen Lena auf die Schliche zu kommen. Alles andere als eine unschuldige Veranstaltung, mehr als einfach nur ein Medien-Hype. Afanassij Stichijow kannte Lena natürlich nicht. Und doch... Vorsicht! Pop 'em up bringt das Blatt Stichijows unzensiert.

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tado ink • 14.06.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Rolf Dieter Brinkmann

Zum Gedächtnis (v)

Rolf Dieter Brinkmann

Noch einmal Rolf Dieter Brinkmann, der 5. und abschließende Teil von Stichijows Aufsatz über das Erbe, das dieses Enfant terrible deutscher Nachkriegsliteratur hinterlassen hat: »Die Allgegenwart der Provinz«. Keiner will es wahrhaben, jedermann wähnt, in der Metropole zu leben und das Ohr am rasenden Herzschlag der Jetztzeit zu haben. Wie eingebildet wir doch sind, was für Affen, immer noch, wie in der Urzeit. Dabei...  

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tado ink • 26.05.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Rolf Dieter Brinkmann

Zum Gedächtnis (iv)

Rolf Dieter Brinkmann

Hier nun der 4. Teil von Stichijows Aufsatz, den wir anläßlich des 70. Geburts- und 35. Todestages von Rolf Dieter Brinkmann bringen. Drei sind bereits auf Sendung. In diesem Teil überprüft Stichijow die bislang angestellten Überlegungen an einem Gedicht des so gut wie vergessenen Schriftstellers aus Vechta. Es stammt aus Westwärts 1&2 und trägt den schönen Titel „Nach Shakespeare". Der Versuch einer Positionsbestimmung Brinkmanns auf dem weiten Feld der Literatur.

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tado ink • 25.05.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Rolf Dieter Brinkmann

Zum Gedächtnis (iii)

Rolf Dieter Brinkmann

Aus Anlaß des Geburts- und Todestages von Rolf Dieter Brinkmann haben wir einen Aufsatz aus Stichijows Papieren herausgefischt und bringen ihn in mehreren Folgen. Zwei sind bereits auf Sendung. Heute also der 3. Teil. In ihm geht es um die Frage, wie das Leben Brinkmanns genau verlief und von wo aus er eigentlich die Dinge und die Welt observierte, von der Provinz her oder aus der Metropole.

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tado ink • 18.05.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Rolf Dieter Brinkmann

Zum Gedächtnis (ii)

Rolf Dieter Brinkmann

Vor 35 Jahren, am 23. April 1975, kam Rolf Dieter Brinkmann durch einen Autounfall ums Leben, am 16. April dieses Jahres wäre er, hätte der Tod ihn nicht in London kalt erwischt, 70 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß bringen wir einen Aufsatz aus Stichijows Papieren, und zwar in mehreren Folgen: »Rolf Dieter Brinkmann oder Die Allgegenwart der Provinz«. Heute Teil 2. Eine Zwischenbemerkung. Es geht um Grundsätzliches, genauer um die Semantik der Provinz über Geschichte und Gegenwart hinaus, es geht ums Wort und um den Begriff, es geht um die Sache.

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tado ink • 16.05.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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7. Mai 2066

Stichijows Papiere

Der Wind steht prächtig, er kommt stetig von Nordnordost. Unsere gegenwärtige Position: etwa auf Höhe des 29. Längen- und 23. Breitengrad. Die Nacht ist klar und lau, sanfte Winde gehen um und fächern den Männern, die es sich auf Deck bequem gemacht haben, Kühlung zu. Am Himmel funkeln Sterne, über dem Horizont ist der Mond wie eine sich wiegende Sichel aufgegangen. Venus hat sich an seine Ferse gehängt. Ich habe des Abends jede Menge Zeit für mich...

7. Mai 2066

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tado ink • 14.05.2010 | Logbuch | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Rolf Dieter Brinkmann

Zum Gedächtnis (i)

Rolf Dieter Brinkmann

Vor 35 Jahren, am 23. April 1975, ist Rolf Dieter Brinkmann durch einen Autounfall ums Leben gekommen, am 16. April dieses Jahres wäre er, hätte der Tod ihn nicht in London kalt erwischt, 70 Jahre alt geworden. Wir haben uns daraufhin Stichijows Papiere angesehen und sind, ob man es glaubt oder nicht, rasch fündig geworden: »Rolf Dieter Brinkmann oder Die Allgegenwart der Provinz«. Ein Aufsatz also, zweckentfremdet, von einem Verschollenen, in mehreren Folgen – zum Andenken an die Geburt und den Tod des Rolf Dieter Brinkmann und dem, was zwischendurch geschah.

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tado ink • 13.05.2010 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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