Ohne Worte

Kalenderblatt

...

Ohne Worte

Harry Peccinotti: »Lippen« (Pirelli-Kalender) | 1969

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 20.01.2015 | 1969 | Kommentieren
* * *

Samuel Beckett

E.M. Cioran

9. September 1968. Anderntags bin ich in einer Seitenallee des Luxembourg auf Samuel Beckett gestoßen, der eine Zeitung las, beinahe als ob er eine seiner Figuren vorstellte. Er war da auf einem Stuhl, absorbiert und abwesend, wie es seine Gewohnheit ist. Er wirkte dazu leicht krank. Ich habe nicht gewagt, ihn zu stören. Was sollte ich ihm sagen? Ich mag ihn sehr, aber es ist besser, wenn wir nicht miteinander reden. Er ist so diskret! Ein Gespräch aber erfordert immer ein wenig, dass man sich gehen lässt und den Komödianten macht. Es ist ein Spiel; Sam aber ist dazu unfähig. Alles an ihm verrät den Mann des stillen Monologs.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 04.06.2014 | 1969 | Kommentieren
* * *

Luftpumpe & Abzieher

Das Jahr ’68 vom Senner Forst aus

Auch Pop ’em up begibt sich in die Sommerpause. Zum Abschied (und damit das Warten nicht zu lang wird) gibt es einen »Klassiker« mit Holger Feltes und Jochen Gitzke. Bitte schön.

tado ink • 07.08.2013 | 1969 | Kommentieren
* * *

Das ist Pop

Fabriziert in Japan

Wenn das kein Pop ist, weiß ich nicht, was Pop ist. Und in welchem Jahr ist dieses Photo entstanden? ’69 natürlich. Wann sonst?

Das ist Pop

Daida Moriyama: Untitled | 1969

tado ink • 27.10.2011 | 1969 | Kommentieren
* * *

Albuquerque

New Mexico

Ich wollte immer schon mal gern nach Albuquerque fahren. Weiß selbst nicht warum. Vielleicht spielte einer der vielen Western, die ich am Sonntagnachmittag als Kind im Bali gesehen habe in Albuquerque, vielleicht auch wegen des Namens, der an gar nichts erinnert und damit alles verspricht, weiß nicht, wie gesagt, aber ich wollte schon immer gern nach Albuquerque. – Hätte ich gewusst, dass es in Albuquerque nicht viel anders ausschaut als in Las Vegas, wer weiß, ob ich dann immer noch gern nach Albuquerque hätte fahren wollen. In Las Vegas war ich nämlich bereits. Dazu später mehr.

Albuquerque

Ernst Haas: Route 66 Albuquerque, New Mexico | 1969

tado ink • 23.09.2011 | 1969 | Kommentieren
* * *

Cease To Exist

Der Fall Charles Manson

»Tanzt, singt und bereitet Euch vor!« Mit diesen Worten stimmte Muammar al Ghaddafi, auf den Zinnen von Tripolis stehend, letzte Woche die ihm ergebenen Gardisten und Söldner ein, bevor er sie wie Bluthunde auf die eigenen Untertanen hetzte. Zwei Tage vorher stand in der Zeitung, Charles Manson habe über seinen Anwalt beim Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ein Gnadengesuch eingereicht. Manson sitzt seit 1969 in Haft, eingesperrt aufgrund einer Reihe von Morden, die er anberaumt und von seiner Strandbuggy-Streitmacht in Los Angeles hatte ausführen lassen. Al Ghaddafi, der beinahe zeitgleich sein Coming-out hatte, indem er durch einen Militärputsch in Lybien die Macht an sich riss, gibt immer noch Befehle und läßt sich als »König aller Könige Afrikas« von anglo-amerikanischen TV-Journalisten zum Zwecke eines Exklusivinterviews hofieren. Was Ghaddafi mit Manson zu schaffen hat, ist zwar nicht eigentlich Gegenstand nachfolgender Überlegungen, aber wer das Porträt aufmerksam studiert, das Hendrik Otremba vom düsteren Engel des »Summer of Love« angefertigt hat, der entdeckt erstaunliche Parallelen zwischen beiden. Und einiges andere mehr.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 02.03.2011 | 1969 | Kommentieren
* * *

Der lange Marsch durch die Illusionen

Bernward Vesper

Wenn wir auf einer Insel aufwachsen, so beurteilen wir den Gang der Gestirne nach ihren Küsten und glauben den Bewohnern gern, daß jenseits des Horizonts Ungeheuer auf den Seefahrer lauern und die Wasser tosend in einen Abgrund fallen. Erst wenn wir die Insel verlassen haben, sehen wir mit der Zeit in diesen Legenden Spiegelbilder der Phantasien jener Bewohner und erkennen im Donnern der Wasser das oreosklerotische Echo der eigenen Ängste einer untergehenden Klasse.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 21.02.2011 | 1969 | Kommentieren
* * *

Bernward Vespers Reise

Mehr als dreißig Jahre später

Bernward Vespers Reise

Ob man will oder nicht: Die diagonal verlaufenden Gleise, die auf dem Umschlag älterer Ausgaben des in den Jahren 1969 bis 1971 entstandenen Romanfragments „Die Reise" zu sehen sind, erinnern unweigerlich an die Diagonale der zum Lagertor Auschwitz führenden Gleise, jener Fotoaufnahme also, die nach ihrer erstmaligen Veröffentlichung im „Spiegel" 1979 unzählige Male reproduziert und zu einem der Schlüsselbilder des 20. Jahrhunderts wurde. Es sind aber nicht die Gleise von Auschwitz, sondern die von Triangel, der Heimat Bernward Vespers.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 18.02.2011 | 1969 | Kommentieren
* * *

Was von ’69 an Bildern übrig bleibt

Kunst & Design

Vor einigen Tagen brachte Pop 'em up, was von '69 aus dem Bereich von Photographie & Film an Bildern übrig geblieben ist. Heute folgt Teil 2 der Bestandsaufnahme: Bilder aus dem Bereich von Kunst & Design. Erneut haben wir uns bei der Auswahl an das Kriterium gehalten, das Aschenputtel ihren Täubchen bei der Linsenlese anempfahl: »die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.« Wieder waren es nur einige wenige Bilder, die den Härtetest bestanden haben. Die aber können sich sehen lassen.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 26.12.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Was von ’69 an Bildern übrig bleibt

Photographie & Film

Es gibt Bilder aus und von, über und für ein einzelnes Jahr. Es gibt sie massenhaft, in unüberschaubarer Größe und Zahl. Das Gros ist natürlich Schrott –, nicht wert im Netz zu kursieren. Aber selbst wenn man von all den Bildern absieht, die nur privater Natur sind oder aber zeithistorisches Interesse beanspruchen, bleibt immer noch ein riesiger, schwer goutierbarer Stapel übrig. Nimmt man aus diesem die Bilder heraus, die nicht aus dem Jahr selbst stammen, es vielmehr thematisch oder retrospektiv beleuchten, dann sieht die Sache schon etwas besser aus. Man steht einem halbwegs passabel sortierten Haufen von Gemälden, Photos etc. gegenüber. Konzentriert man sich schließlich – über diesen Haufen gebeugt wie Aschenputtel über die Linsen in der Asche – einzig aufs ästhetisch intensive Bild, keine Kompromisse also, dann erhält man, was man haben wollte: eine Sammlung dessen, was von '69 an Bildern übrig geblieben ist. Es sind gar nicht viele. Heute Teil 1.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 22.12.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Auf dem Weg in den Terror

Andreas Baader, Gudrun Ensslin und andere

Auf dem Weg in den Terror

„Eigentlich begann es (die RAF) in Paris; soweit Andreas Baader und Gudrun Ensslin maßgeblich waren. Das ist das Spannende. Die Parisbilder zeigen den Moment, wo sie in den Untergrund gehen, sich aus der Legalität verabschieden. Sie wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt, aber sie haben sich die Haare geschnitten und haben sich anständige Jacken angezogen. Gleichzeitig kann jeder diesen Bildern den Unernst des Unternehmens ansehen. Es fehlt jede Militanz, jede Pistole, das ganze Barbarische, was man mit der RAF verbindet." So die taz am 28.01.2005 mit Blick auf Fotos, die Astrid Proll im November 1969 von Baader und Ensslin im Café Flore schoß. Es fragt sich freilich, ob zu diesem Zeitpunkt wirklich alles noch so offen war, wie die taz im Anschluss an Astrid Proll behauptet.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 24.11.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Samuel Beckett

Nobelpreis für Literatur

Samuel Beckett

Dass Samuel Beckett (*1906 †1989) im Jahr 1969 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, wundert heute niemanden mehr. Schließlich hatte er sich mit seiner Prosa und mehr noch seinen Dramen, insbesondere ,Warten auf Godot' (1952) längst einen Namen in der Welt der Literatur gemacht; seine Stücke standen seit den 50er Jahren für große internationale Erfolge und gelten bis heute als Wegweiser des absurden Theaters. Für die damalige (Theater-) Gesellschaft hingegen kam die Preisverleihung einigermaßen unerwartet.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 21.11.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Atem

Samuel Beckett

1965 schrieb Samuel Beckett ‚Kommen und Gehen'. Das Stück dauert etwa drei Minuten und verwendet 123 gesprochene Worte. Offenbar gewann Beckett den Eindruck, daß selbst das noch viel zu viel sei. ‚Atem', als Vorspiel für Kenneth Tynans Revue ,Oh! Calcutta' konzipiert und 1969 in New York uraufgeführt, dauert genau 35 Sekunden und kommt gänzlich ohne Schauspieler und Worte aus. Pop 'em up bringt den vollständigen Text (einschließlich aller Bühnenanweisungen), nebst dem Kommentar von Al Alvarez.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 21.11.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Marshall McLuhan

Das Medium ist Massage

Marshall McLuhan

1969 ließ es sich nicht mehr übersehen: die Erde war zum globalen Dorf geworden, das noch unausgereifte Fernsehen deutete an, wie es die Welt verändern würde. Als am 20. Juni drei Amerikaner auf dem Mond landeten, saßen über eine halbe Milliarde Menschen vor den Fernsehern, fast überall auf der Welt. Das erste Mal in der Geschichte beobachtete die Menschheit sich selbst aus der Ferne, indem sie via TV vom Mond aus einen Blick auf den Planeten warf, den sie den ihren nennt, die Erde. 

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 13.11.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Das Rudel

Joseph Beuys

Das Rudel

Wie sich in der heutigen Zeit Joseph Beuys (1921-1986) nähern, wenn man nicht allzu viel Ahnung von der Person Beuys und von dem Künstler Beuys hat? Man kommt nicht umhin, sich mit der Literatur zum Thema auseinanderzusetzen. In der Forschungsliteratur stößt man zuerst und vor allem auf ein verklärtes Beuys-Bild, das ihn zum Übervater der deutschen Moderne erhebt. Ein Image wird gepflegt, ein Klischee. Es entstand Anfang der 60er-Jahre...

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 17.10.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

’69

Ein paar Bemerkungen vorweg

’69

Alle Welt redet von '68. Wir nicht. Pop 'em up peilt etwas anderes an: 1969, das Jahr danach. Nicht unbedingt ein »magisches« Datum wie sein Vorläufer, und doch eines, das es faustdick hinter den Ohren hat. Ein »Jahr der Irrungen und Wirrungen, der Windungen und Wendungen«, befand Dieter Kunzelmann bereits, Giacomo Feltrinelli erklärte es postwendend zu dem »Schicksalsjahr« der Nachkriegsperiode. Geläufig ist die Vorstellung, 1969 sei das Jahr, in dem die Swingin' Sixties ihr finsteres Ende fanden, um einiges weniger die, wonach nicht eigentlich '68, sondern 1969 die Schwelle markiere, mit der eine neue, bis heute andauernde Epoche anhebt: »The Year Everything Changed« (Rob Kirkpatrick). Pop 'em up wird sich hüten, dem Urteil der Leser vorzugreifen, es lädt vielmehr dazu ein, über '69 nachzudenken, über 1969 als Datum und Dinge, die mit ihm zusammenhängen.

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 09.10.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *

Altamont

oder das Ende der 60er?

Altamont

Am 6. Dezember 1969 stirbt bei einem Konzert der Rolling Stones in Altamont, in der Nähe von San Francisco, Meridith Hunter, ein 18-jähriger Schwarzer, und mit ihm ein ganzes Jahrzehnt. Schlagworte wie „der Tod der Gegenkultur", „der Verlust der Unschuld" oder „das Ende des Hippie-Traums" veranschaulichen die symbolisch-mythische Signifikanz, die diesen Tag seither umgibt. Was war passiert?

→ Lesen Sie mehr...

tado ink • 07.05.2010 | 1969 | Kommentieren
* * *
Seite 1 von 1