Aus aller Welt

13. Mai 2011

... Leise, aber entschieden. Das Ja des Jahrzehnts. Miss Mittelstand im Märchenland ... So teuer war Silber noch nie. Preis für die Feinunze klettert auf beinahe 50 Dollar. Analysten bleiben skeptisch ... Erneut Todesopfer in Syrien. Zehntausende gehen trotz Militärpräsenz auf die Strassen. Kundgebungen auch in der Hauptstadt ... Uni-Sex-Skandal ausgeräumt. Hochschullehrer „nicht hinreichend tatverdächtig" ... Britische Touristin im Supermarkt enthauptet. Teneriffa unter Schock ...

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tado ink • 16.05.2011 | Logbuch | Kommentieren
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Einiges zur Wetterlage

9. März 1935

Die See liegt glatt auf, regungslos wie ein Leichentuch. Seit Tagen kommt der Wind aus dem Osten, die Luft ist klar wie Kristall, durch die hindurch sich das Licht wie bei einem Prisma bricht. Es herrscht eine gelöste, geradezu heitere Atmosphäre an Bord, als läge die Mission bereits hinter uns, um derentwillen wir mit der Mortobello aufgebrochen sind. Allein man darf sich durch das heitere, den Frühling in Aussicht stellende Wetter nicht täuschen lassen. Ich kenne diese Art vom Ostwind über dem Atlantik stabilisierte Hochdruck-Wetterlage; sie ist tückisch, hinterlistig und um einiges grausamer als alles, was der Westwind bringt.

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tado ink • 07.03.2011 | Logbuch | Kommentieren
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Au bout du monde

19./23. Februar 2046

Eben traf eine Depesche aus London ein. Absender Lord Bellamont. Die Gesellschaft derer von Hesperus, so die Nachricht, sei außerordentlich besorgt über gewisse Vorfälle auf der Mortobello. Man habe Nachricht von der Operation Auslöschung erhalten und erachte die von mir angeordneten Maßnahmen, insbesondere die Zerstörung der Fernsehgeräte, für reichlich überzogen. Es sei, so Lord Bellamont weiter, für die Gesellschaft absolut inakzeptabel, dass die Mission Hesperus fortan ohne jedwede Rückkoppelung mit der Bodenstation und in Unkenntnis heimischer Angelegenheiten durchgeführt werde. Einige, so Bellamont am Ende der Depesche, mokierten sich bereits offen über gewisse, als bizarr empfundene Idiosynkrasien meines Charakter, rümpften bedenklich die Nase über die Art und Weise, wie ich die Geschäfte auf der Mortobello führe. Es bestünde die Gefahr, dass die Gesellschaft mich meines Postens enthöbe.

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tado ink • 24.02.2011 | Logbuch | Kommentieren
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10. Februar 2011

Operation Auslöschung

Es ist alles eitel, die Welt verlogen wie am ersten Tag, der Mensch von Natur aus – man schaue nach Ägypten – ein Spielball anonymer Mächte und Kräfte, von denen er sich freiwillig und mit Inbrunst an der Leine herumführen lässt. Ich muss nur den Fernseher anknipsen und augenblicklich ist mir derart übel, dass ich aus der Kabine stürze und das, was mir gerade verabreicht wurde, krampfhaft über und in der Klomuschel entleere. Gestern zum Beispiel.

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tado ink • 11.02.2011 | Logbuch | Kommentieren
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28. Dezember 1893

Bis auf weiteres

Wir arbeiten in der Dunkelheit – wir tun, was wir können – wir geben, was wir zu geben haben. Unser Zweifel ist unsere Passion, und unsere Passion ist unsere Aufgabe. Den Rest besorgt der Wahnsinn der Kunst.« So die von Cyborg 7.7 gerade neu ausgegebene Parole.

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tado ink • 27.12.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Sterntaler

24. Dezember 1889

Wovon man Jahrzehnte nur träumen konnte und was man beinahe schon abgeschrieben hatte (Stichwort: Klimawandel), heute wird es wahr: Weiße Weihnachten. Ich habe die Mortobello bis zum Eselshaupt und darüber hinaus illuminieren lassen, unter Deck und in der Messe ist alles festlich geschmückt, der Smutje hat Order ein Menü zu zaubern, wie es die Mannschaft und die Offiziere seit unserer Abfahrt nicht bekommen haben. Der kleine Hawkins flitzt seit sechs in der Frühe furchtbar aufgeregt hin und her und bringt dabei mehr durcheinander als erlaubt. Aber wer mag es ihm an einem Tag wie diesem verdenken.

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tado ink • 24.12.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Waves

Camille

Überflüssig, ein weiteres Wort zu diesem Mädchen fallen zu lassen. Unter Seeleuten und Reisenden ist Camille hinlänglich bekannt. Eine Sirene, verbannt, irgendwo auf einem Felsen mitten im Kanal, allein. Manchmal spiele ich mir eines ihrer Lieder vor, allein. Es ist mir dann nicht selten, als ob ich verstünde, worum es auf dieser Fahrt geht und worauf es ankommt. Im nächsten Moment aber weiß ich schon wieder nicht mehr, was ich da glaubte, verstanden und begriffen zu haben. – Nur gut, dass niemand weiß...

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tado ink • 10.12.2010 | Logbuch | Kommentieren
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6. Dezember 1696

Eine Depesche

Wieder Schnee. An Deck, auf der Reling und den Masten liegt er fingerdick. Wer kann, meidet die Arbeit im Freien. Es ist bitterkalt draußen, dazu kommt ein stechender Wind aus Nordost. Wir halten Kurs. Die Stimmung ist ungeachtet des frühen Wintereinbruchs prächtig. Es ist, als ob jeder wüsste, dass es sich nur noch um Sekunden handeln kann, bis sich das ereignet, worauf die Mannschaft seit geraumer Zeit wartet. Gegen Abend traf übrigens noch eine Depesche ein, die verschlüsselt und an mich persönlich gerichtet war.

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tado ink • 06.12.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Keine besonderen Vorkommnisse

19. November 1995

An Bord geht alles wie gehabt seinen Gang. Wir dümpeln auf dem Mid Atlantic Ridge so vor uns hin und wieder zurück. Das Murren und Grummeln innerhalb der Mannschaft hält sich in Grenzen, die Jungens verrichten, wie es sich gehört, ihren Dienst, halbwegs zuverlässig und präzise; des Abends gibt es eine Sonderration Rum und Spielfilme nach Wunsch und Laune. Der Einsatz des Offiziersstabes ist bemerkenswert und kann gar nicht hoch genug taxiert werden, insbesondere der von Cyborg 7.7, der beim Aufspüren und Entziffern der bizarren Signale, die uns seit geraumer Zeit erreichen, ein ums andere mal seinen Scharfsinn und sein Wissen unter Beweis stellt. – Ansonsten keine nennenswerten Vorkommnisse –, abgesehen vielleicht von einem Besuch, den ich gestern spät in der Nacht noch erhielt.

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tado ink • 18.11.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Deutscher Sonderweg

25. Oktober 1969

Ein goldener Oktober fürwahr, kalt zwar, um die 6 Grad, die Luft aber ist klar und heiter, die See liegt flach, umkost von den Strahlen der von Tag zu Tag flacher ihre Bahn ziehenden Sonne. Des Abends und am Morgen schleicht schwerer Nebel an Bord und steigt über den Ausguck hinaus bis in die Sterne, die verglimmen. Gut dass wir Amandus von N. haben; es gibt keinen besseren Steuermann als den Deutschen. Unter Deck, hörte ich, erzähle man sich des Abends bereits wieder Schaudergeschichten; die vom Fliegenden Holländer und seiner Senta sei nichts dagegen, ein Ammenmärchen, kaum mehr.

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tado ink • 26.10.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Zwischenmeldung

9. Oktober 2010

Wo sind wir? was ist passiert? treiben wir noch durch Zeit und Raum? und der Atlantik, der Westen? wo liegt er? Aus tiefen Traum erwacht, stoße ich auf eine Nachricht. Sie liegt auf dem Nachttisch und stammt von Séchard. »Halte es einfach nicht mehr aus. Werde heute Nacht »1969« starten. Ich erwähnte das Projekt. Ein Portal für alle und keinen, ein Datum als Treffpunkt, um über die Geschichte nachzudenken und die Art und Weise über sie zu schreiben. Sie werden sich erinnern. Falls es Einwände gibt, bitte eine kurze Meldung.«

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tado ink • 09.10.2010 | Logbuch | Kommentieren
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11. Juni 1854

Tag und Nacht

Immer das Gleiche, Tag und Nacht. Wir rollen auf der Dünung vor und zurück, warten, dass was passiert. Aber es passiert nichts. Gut, dass die Apparate funktionieren und die Mannschaft auf Posten ist. Des Nachts vertreiben wir die Anspannungen des Tages mit Nichtstun. Und ich fürchte, es wird so bleiben. Mindestens noch die nächsten drei Wochen. Mein Gespräch mit Cyborg 7.7 war übrigens nicht sonderlich ergiebig. Immerhin...

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tado ink • 21.07.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Weiter vor und zurück

21. Juni 1854

Wir dümpeln weiter auf dem Mid Atlantic Ridge herum, halten die Mortobello auf Höhe des Wendekreises des Krebses. Wie lange das noch nötig sein wird, weiß keiner an Bord. Eine Frage der Gnade, wie Cyborg 7.7 sagt. Es kann noch Wochen dauern, vielleicht aber bereits morgen früh vorbei sein. Oder aber jetzt.

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tado ink • 02.07.2010 | Logbuch | Kommentieren
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7. Juni 1854

Windstille

Stille. Kein Lüftchen geht mehr, und das schon seit Tagen. Die See liegt spiegelglatt auf und verläuft sich fern am Horizont in den Äther. Wir dümpeln so vor uns hin, eingetaucht in ein unermesslich facettiertes Blau. Kaum ein Krüsel oder Wirbel an der Meeresoberfläche, die See liegt da, als ob ihre Aufgabe einzig darin bestünde, die Weite des atlantischen Himmels einzufangen und das Blau zum Schimmern zu bringen. Still ist es, so gut wie nichts, was sich regt. Die Segel hängen schlaff im Wind, der nicht geht. In weiter Ferne ein Haufen wattig gestaffelter Wolken, die sich zu einem gigantischen Gebirge auftürmen. – Der Filmabend war übrigens ein voller Erfolg.

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tado ink • 12.06.2010 | Logbuch | Kommentieren
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30. Dezember 2525

Vor und zurück

Verdammt. Der Chronometer spinnt schon wieder. Gerade noch befanden wir uns im allerherrlichsten Frühling, schon bricht erneut der Winter an. Was sind das für Zeiten. Kein Verlass auf die Zeit, kein Verlass aufs Datum. Und wenn auf die Zeit und das Datum kein Verlass mehr ist, worauf soll man sich dann verlassen. Auf die Uhr, vielleicht? Das ich nicht lache. Sie dreht ihre Tage und Stunden im Sekundentakt, die Zeiger und Ziffern rotieren, was das Zeug hält –, wie es wirklich zugeht auf der Welt, weiß keiner.

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tado ink • 01.06.2010 | Logbuch | Kommentieren
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Dunkle Wolken

26. Mai 2010

Es gibt Ärger. Ein Teil der Mannschaft scheint mit dem Kurs, den die Mortobello nimmt, ganz und gar nicht einverstanden zu sein. Heute morgen kam Hawkins zu mir, der Schiffsjunge; er erzählte, es gingen erneut Gerüchte um, ab und an sähe man, wie kleinere Gruppen vorsichtig die Köpfe zusammen steckten und über Dinge tuschelten, von denen er nicht recht wüsste, was er von ihnen zu halten habe. Es sei viel vom Wetter die Rede und von gigantischen Wellen, vom Kurs, der tödlich wäre, und vielen anderen, unbekannten Gefahren.

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tado ink • 26.05.2010 | Logbuch | Kommentieren
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7. Mai 2066

Stichijows Papiere

Der Wind steht prächtig, er kommt stetig von Nordnordost. Unsere gegenwärtige Position: etwa auf Höhe des 29. Längen- und 23. Breitengrad. Die Nacht ist klar und lau, sanfte Winde gehen um und fächern den Männern, die es sich auf Deck bequem gemacht haben, Kühlung zu. Am Himmel funkeln Sterne, über dem Horizont ist der Mond wie eine sich wiegende Sichel aufgegangen. Venus hat sich an seine Ferse gehängt. Ich habe des Abends jede Menge Zeit für mich...

7. Mai 2066

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tado ink • 14.05.2010 | Logbuch | Stichijows Papiere | Kommentieren
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29. April 1712/spätabends

Frei, endlich frei

Wir haben wieder Fahrt aufgenommen, die Mortobello liegt gut im Wind, sie macht, wie in alten Tagen, ihre 10 Knoten und mehr. Unter der Mannschaft ist die Laune prächtig. Jeder geht endlich wieder dem nach, wofür er angeheuert wurde. Zwischendurch gibt es ein Schwätzchen. Geht in Ordnung. Die Order aber lautet: jetzt oder nie! 

 

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tado ink • 30.04.2010 | Logbuch | Kommentieren
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25. August 1909

Im Würgegriff

Wir sitzen fest, seit Tagen, Wochen schon. Eingefroren mitten auf der Fahrt durch den Kanal. Ich habe die Mannschaft umgehend in vier Schichten eingeteilt. Seitdem wird rund um die Uhr Eis gehackt.

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tado ink • 13.03.2010 | Logbuch | Kommentieren
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11. Januar 2010

Frost

Von wegen die See – Schnee, so weit das Auge reicht. Es hat schon wieder angefangen zu schneien. Wie schön. Den Winterurlaub können wir uns sparen. Ich hatte eh keine Lust, mir kalte Füße zu holen. Nichts schlimmer als das. Schon als Kind war mir nichts mehr zuwider als kalte Füße.

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tado ink • 12.01.2010 | Logbuch | Kommentieren
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29. April 1712

A Salty Dog

29. April 1712

Zeit, die Anker zu lichten. Die Crew ist so gut wie vollständig. Der Wind steht günstig, die Speisekammern sind reich gefüllt. Der Kompass zeigt Süd-Süd-West.

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tado ink • 03.01.2010 | Logbuch | Kommentieren
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