28. Dezember 1893

Bis auf weiteres

Wir arbeiten in der Dunkelheit – wir tun, was wir können – wir geben, was wir zu geben haben. Unser Zweifel ist unsere Passion, und unsere Passion ist unsere Aufgabe. Den Rest besorgt der Wahnsinn der Kunst.« So die von Cyborg 7.7 gerade neu ausgegebene Parole.

Da soll sich einer einen Reim drauf machen. Eben noch hieß es, der mittlere Atlantik sei so gut wie eingeschlafen, die Tiefdruckgebiete, die von ihm aus in die Welt gehen, seien so schwach, dass sie erfrieren noch bevor sie die europäische Küste erreichen und auf ihrem Zug nach Osten wie Seifenblasen zerplatzten. Jetzt heißt es, wir arbeiteten in der Dunkelheit, unser Zweifel sei unsere Passion, und unserer Passion sei unsere Aufgabe. Und dann noch was vom Wahnsinn der Kunst. In drei Tagen ist das Jahr vorbei, und wir kreuzen weiter zwischen der alten und der neuen Welt. Kein Grund, nervös zu werden. Kurs halten, lautet meine Devise. Ich hörte vor Tagen, in Dubai soll es einen mehr als zehn Meter hohen Weihnachtsbaum geben, der über und über mit Gold, Silber und Edelsteinen dekoriert ist. Er steht angeblich im Foyer eines Luxushotels (*******) und soll mit $ 11.5 Millionen versichert sein. Selbst der Direktor des Hotels, heißt es, habe augenzwinkernd eingeräumt, das Ganze sei vielleicht ein wenig zu viel, allein ... – Draußen schneit es. Ich habe mir von Séchard, unserem Nachrichtenoffizier, ein Buch über Venedig im Winter ausgeliehen. Es heißt »Ufer der Verlorenen« und stammt von einem russischen Dichter aus dem nächsten Jahrhundert, Joseph Brodsky. Es fängt stark an.

 

28. Dezember 1893
tado ink | 27.12.2010 | Logbuch
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