Dia andere Seite (das Ende)

Daphne du Maurier

Für Franz Joseph (12.10. 1951 – 17.05.2017)

Ach altes Übel, lös die Ketten und lass mich ruhen,
wo es am besten für mich ist.
Im Schatten, stumm, im eig'nem Staub.

Sollte ich aber weiter
auf der Suche nach dem Quell' der Lebenskraft
die Zeit zu durchwandern haben,
Dann leih mir, altes Übel, deine schwarzen Flügel,
auf daß die allzu nüchternen Sterne droben,
da ich stürze, am Ende erschaudern,
die Sterne, die da im Namen Jesu Totenwache halten.

 

Dia andere Seite (das Ende)

Matthias Lange: Ohne Titel | 2015

 

Kenner werden es gleich erraten haben. Bei den Zeilen, die ich meinem lieben, jüngst von uns gegangenen, alten Freund Franz Joseph gewidmet habe, handelt es sich um eine mehr schlecht als recht gelungene Übersetzung aus dem Englischem. Vorlage sind die letzten Zeilen eines Gedichts von Daphne du Maurier. Ich wurde auf sie an eben dem Abend gestoßen, an dem ich erfuhr, wie furchtbar krank Joseph ist, totkrank. Es gab ein Porträt du Mauriers auf arte. Auf den Spuren von Rebecca. Da hörte ich das Gedicht. Dann kam der Anruf. Mein erster Gedanke: »Joseph stirbt.« Und so kam es. Keine drei Monate später raffte es ihn dahin. Krebs. Im schönen Monat Mai. Seitdem muß ich an die letzten Zeilen von Another World (1947) denken, wenn ich an meinen lieben, alten Freund Joseph denke.

 

tado ink | 03.10.2017 | Logbuch
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