documenta xiii vor der Eröffnung

Carolin Christov-Bakargiev im Gespräch

Sehen Sie keinen fundamentalen Unterschied zwischen Frau und Hund? Absolut nein! Es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Frauen und Hunden oder zwischen Männern und Hunden. Auch nicht zwischen Hunden und den Atomen, die meinen Armreif bilden. Ich denke, alles hat seine Kultur. Die kulturelle Produktion der Tomatenpflanze ist die Tomate.« So Carolin Christov-Bakargiev, die Chefin der documenta xiii in einem Interview unlängst.

Sie meinen, das sei doch ein Scherz, Jux und Kunstdollerei, was Frau Christov-Bakargiev da von sich gegeben hat. Ich fürchte, sie täuschen sich. Folgt man dem Interview, das die Leiterin der bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst auf deutschem Boden der Süddeutschen Zeitung gab (und aus dem wir uns einen Fetzen zu zitieren erlaubt haben), dann meint die Dame es mit dem, was sie ihrem Gesprächspartner von der SZ anvertraut hat, todernst. Es ist letztlich alles gleich, Männlein und Weiblein, Neutronen, Nerven und Plastik, Hundekacke, Kaviar und Atommüll. Es heißt, auf den Besucher in Kassel warteten ein exklusiv für Hunde angelegter Skulpturenpark, ein Garten für Schmetterlinge und ähnlich anthropo-dekonstruktives Zeug. Ich fürchte, in diesem Jahr wird Kassel auf meinen Besuch verzichten müssen.

tado ink | 04.06.2012 | Frontberichte
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