Kennst du das Land?

Frei nach Goethe

Kennst du das Land, wo die Machandeln blüh'n,
Im schweren Sand Mensch und Vieh sich müh'n
Ein feuchter Wind vom grauen Himmel weht,
Die Heide still und hoch die Kiefer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o du mein Gebieter, zieh'n!

Kennst du das Haus? Auf Balken ruht sein Dach.
Es knarzt die Diele, es dämmert im Gemach,
Und Schattenbilder steh'n und sehen dich an:
Was hat man dir, du armes liebes Kind, getan?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Beschützer, zieh'n!

Kennst du den See und seinen Wassersteg?
Die Gänsefeder bahnt dir dort den Weg.
Auf einer Insel wohnt der Drachen alte Brut.
Es bebt der Wald und aus ihm steigt die Wut.
Kennst du ihn wohl?
Dahin! Dahin
Geht unser Weg! O Knabe, lass uns zieh'n!

 

Kennst du das Land?

Carl Blechen: Dorflandschaft mit Bäumen | 1830er

tado ink | 21.02.2015 | Stichijows Papiere
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