Preußen

Später

Durch seine Geburt geworfen in die Wirbel eitlen Dunstes, / Die der Pöbel nennt Ruhm und Größe, / Die aber der Weise als nichtig erkennt. / Ausgesetzt allen Leiden der Menschheit. / Geplagt von den Leidenschaften der anderen, / Getrieben von den eigenen. 

Oft verleugnet oder ein Opfer der Ungerechtigkeit;

zu alledem gebeugt durch den Tod geliebter Angehöriger

und treuer guter Freunde;

doch oft auch durch die Freundschaft getröstet.

Glücklich in der Abgeschiedenheit seiner Gedanken

und glücklicher noch,

wenn seine Dienste dem Vaterland nützlich sein konnten

oder der leidenden Menschheit.

Dies ist der Lebensabriss von

FRIEDRICH HEINRICH LUDWIG

Sohn von Friedrich Wilhelm, König von Preußen,

und von Sophie Dorothea,

Tochter von Georg I. König von Großbritannien.

 

Preußen

Grabstätte des Prinzen Heinrich von Preußen | Schloss Rheinsberg

 

Wanderer,

denke daran, dass es auf Erden keine Vollkommenheit gibt.

Wenn ich auch nicht der beste der Menschen sein konnte,

gehöre ich doch nicht zur Zahl der Bösen.

Lob und Tadel berühren den nicht mehr,

der in der Ewigkeit ruht.

Aber süße Hoffnung verschönt die letzten Augenblicke

dem, der seine Pflicht getan hat.

Sie begleitet mich im Sterben.

Geboren am 18. Januar 1726. – Gestorben am 3. August 1802.

 

 

[Zit. in deutscher Übersetzung n.: Eva Ziebura: Prinz Heinrich von Preußen. Biographie, Berlin 1999, S. 462ff.].

tado ink | 03.12.2011 | Frontberichte
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