Schwarzer November

Terror im Reihenhaus

Am Samstagmorgen letzter Woche – wie lange mag das her sein, als ich dies schrieb, ein Jahr, zwei Jahre? wie auch immer: Am Samstagmorgen letzter Woche habe, las ich, ein junger Mann in einem Stadtteil Osnabrücks, in Schölerberg, für ein grauenhaftes Inferno gesorgt. Es sei, hieß es, gegen 5.55 Uhr in der Frühe gewesen, als der Mann mit einem Ford Mondeo in der Reihenhaussiedlung auftauchte und unversehens mit extremer Geschwindigkeit auf das Haus der Schwiegereltern zuhielt.

Ungebremst habe er mit seinem Ford den Vorgarten durchpflügt; daraufhin sei er mit ihm über die Terrasse hinweg klirrend durch die gläserne Verandafront geschossen, um schließlich krachend im Wohnzimmer aufzusetzen, in dem noch der Fernseher lief, den auszuschalten die Schwiegereltern wohl vergessen hätten. Ohne auch nur eine Schramme davongetragen zu haben, sei der 33-jährige aus dem Wagen gestiegen, hätte einiges Papier und anderes brennbare Zeug zusammengerafft, um mit ihm und seinem BIC-Feuerzeug das Haus in Flammen zu setzen. Anschließend habe er ein großes, schweres Küchenmesser gezückt, das im Handschuhfach lag, und sei mit ihm zuerst über seine Frau, dann die Schwiegermutter und am Ende über den Schwiegervater hergefallen, die einer wie der andere, aus dem Schlaf gerissen, aufgeregt die Treppe herunter gestürmt kamen, ihm direkt in die Arme.

 

Schwarzer November

So finster die Nacht (2008) | Tomas Alfredson

 

Die beiden Frauen seien noch am Tatort den schweren Stichverletzungen erlegen, dem Schwiegervater sei es gelungen, schwer verwundet die Flucht zu ergreifen. Als die Feuerwehr eintraf, las ich, sei diese nicht nur auf die beiden hingemordeten Frauen und den im Garten blutend herumirrenden Besitzer des Hauses gestoßen, im 1. Stock des immer noch brennenden und verqualmten Hauses hätten die Männer zwei Kinder entdeckt, und zwar in einem der oben gelegenen Zimmer, in tiefem Schlaf versunken. Sie seien erst wach geworden, als die Feuerwehrleute vor dem Bett standen, teilte der für die Ermittlungen des Falls zuständige Leiter der Kriminalpolizei mit. Dabei, so der Beamte weiter, hätten sie sich furchtbar erschrocken. Vom Täter fehle jede Spur.

tado ink | 23.11.2010 | Frontberichte
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